Automatisches Fahrgast-Informations-System (FIS)

Das automatische FIS besteht im Wesentlichen aus einer zentralen Steuerungseinheit, einem Fahrerterminal und den zughörigen Datenverbindungen. Es basiert auf Ethernet Netzwerk-Technik und ist weitestgehend aus bahngeeigneten Standard-Hardware-Komponenten aufgebaut.
Funkwerk spezifisch ist die über 25 Jahre in diversen Projekten optimierte Funktionalität. Sie umfasst nicht nur den heute üblichen Strecken-bezogenen Betrieb (Linie, Ziel, nächster Halt), sondern auch Mehrfachtraktion (Flügeln, Vereinigen, Stärken, Schwächen), Berücksichtigung von Fahrplandaten (Ankunft/Abfahrt/Gleis selektiv für jede Fahrt) und Wagen- als auch Sitzplatz-bezogene Informationen (Wagenordnungs-Nr., Sitzplatzreservierung).

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit über einen Datenfunk-Router eine Verbindung zu einem stationären Server aufzubauen, über die die Übertragung von Stationsbezogenen Anschlussverbindungen, Abweichungen vom Fahrplan und Störungsmeldungen bis hin zu komplett neu – während der Fahrt – erstellten Dispositions-Fahrplänen möglich ist.

Technische Daten

Portfolio_Automatic_Passenger_Information_Basis

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Kern des automatischen FIS ist eine Fahrtverfolgung auf Grundlage von Daten verschiedener Sensoren (GPS, Weggeber, Türsignale), die auch in schwierigen Betriebssituationen eine eindeutige Ermittlung der Position des Zuges auf dem vorgegebenen Fahrweg gewährleistet. Diese Zugposition dient als Basis der Informationssteuerung im FIS-Rechner, die nach Auswertung der zugehörigen Fahrplan- und Reservierungsdaten sowohl LED-Anzeigen als auch Reservierungsdisplays direkt steuert.

Das FIS nutzt dabei auch Daten aus dem unterlagerten intelligenten Ethernet-Netzwerk, das Flotten-weit eindeutige IP-Adressen für alle Geräte vergibt und die Wagenreihung eines Zuges bzw. die Reihung gekoppelter Triebzüge automatisch ermittelt.

Steht eine Datenfunkeinrichtung im Ethernet-Netzwerk des Zuges zur Verfügung, so können darüber Daten externer Quellen z. B. zu aktuellen Anschlüssen am nächsten Halt oder auch zu Betriebsstörungen übermittelt und in den automatischen Ablauf einbezogen werden. Darüber hinaus ist es inzwischen sogar möglich während der Fahrt geänderte Fahrpläne über Datenfunk in den FIS-Rechner zu übernehmen und die automatische Verarbeitung darauf umzustellen.

Des Weiteren sind diverse Sonderfunktionen verfügbar, wie z.B. die Zielersetzung bei Laufwegen mit großen Umwegen, die Anpassung des angezeigten Laufweges an den Restfahrweg, der Hinweis auf Wagen-spezifische Services oder die automatische Zugtaufe bei Kurzwendern.

Für Infotainmentdisplays bietet Funkwerk zwei unterschiedliche Zusatzpakete. Das eine ermöglicht sie einen hauptsächlich Informations-bezogenen Betrieb – gekoppelt mit stationären Systemen und ergänzt um einfache Bilder, bewegte Grafiken und Filme. Das andere stellt ein professionelles Infotainmentpaket zur Verfügung, das mittels einen entsprechenden stationären Infrastruktur einen komplexen, hochautomatisierten, Infotainmentablauf bereitstellt, der auch kommerziell genutzt werden kann.

Vorteile und Nutzen

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Die Funkwerk Funktionalität hat sich in einer großen Zahl unterschiedlicher Züge und in unterschiedlichsten Betriebssituationen hervorragend bewährt. Sie gewährleistet einen reibungslosen und zuverlässigen Betrieb und ist robust gegenüber den im Bahnumfeld üblichen Abweichungen.

Durch die lange Optimierungsphase konnten inzwischen für sehr viele Ausnahmesituationen des Bahnbetriebes automatische Lösungen gefunden werden. Auch wurden im Laufe der Jahre diverse Rückfallebenen geschaffen, die z.B. den Ausfall von Sensoren oder Störungen in der Übertragungstechnik partiell kompensieren.

Die zunehmend verfügbare Anbindung an stationäre Datenquellen erlaubt heute Fahrgastinformation auf einem neuen Niveau, in dem den Fahrgästen viele außerhalb des Fahrzeugs vorliegende Informationen wie z. B. aktuelle Anschlussverbindungen oder Hinweise bei Betriebsstörungen zugänglich gemacht werden. Inzwischen ist es sogar möglich in großen Störfällen dem FIS-Rechner während der Fahrt einen in der Netzdisposition entstandenen aktualisierten Fahrplan zu übermitteln, so dass die automatische Funktion ohne Bedienereingriff an die neue Situation angepasst wird.

Eine spezielle Rolle spielt im Funkwerk System ein leistungsfähiger Routendateneditor, über den der Betreiber viele Funktionen selbst definieren kann. So können z. B. für jede Fahrt spezifische Plandaten hinterlegt werden. Dies ermöglicht beispielsweise die Information der Fahrgäste über Umsteigeverbindungen (z.B. „U-Bahn zum Messegelände“) auf die Tageszeiten zu begrenzen, zu denen diese tatsächlich zur Verfügung stehen. Auch die Anzeige von Planzeiten und von Abweichungen dazu wird durch die hinterlegten Plandaten ermöglicht. Darüber hinaus sind beispielsweise automatische selektive Hinweise auf bestimmte Services mit Hilfe von Festlegungen in den Routendaten möglich.

Neben den fahrtbezogenen automatischen Informationen können in den Routendaten auch vordefinierten Ansage- bzw. Anzeigetexte zur manuell Auslösung durch den Fahrer oder den Zugbegleiter hinterlegt werden. Zum einen sind dies statische Darstellungen die selektiv für Innen- bzw. Außenanzeigen gewählt werden können („Nicht einsteigen“), zum anderen Ansagen für spezielle Betriebssituationen die den Fahrer von zeitraubenden Liveansagen entlasten („Bitte aus den offenen Türen aus den Lichtschranken treten“).

Vorteile auf einen Blick

  • Vollautomatische Verarbeitung auch bei schwierigen Betriebssituationen
  • Selektive Information für jeden Zugteil in Traktion
  • Selektive Informationen für jede einzelne Fahrt
  • Wagen- und Sitzplatz bezogene
  • Vollautomatische optische und akustische Information der Fahrgäste
  • Information der Fahrgäste
  • Automatische Erkennung der Zug- bzw. Wagenreihung
  • Automatische Ansagen mittels Text to Speech
  • Anbindung an stationäre Datenquellen zur Übernahme von Anschlussverbindungen, Störmeldung und Dispositionsfahrplänen
  • Leistungsstarker Routeneditor zur Definition der Funktionalität durch den Betreiber

Anwendungen

DCF 1.0

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Die automatische Fahrgastinformation von Funkwerk wird in diversen Vollbahnen und Trams eingesetzt. Die Palette reicht dabei von Trams in Einfach- und Doppel-Traktion über Triebzüge – mit bis zu 3-fach Traktion – bis hin zu den IC/EC-Zügen und dem ICE 1 und ICE 2 der Deutschen Bahn.

Inzwischen wurden u.a. 240 Fernverkehrszüge mit 2200 Wagen mit FIS-Steuerrechnern, über 7000 Informationsdisplays und über 100.000 Reservierungsanzeigen ausgerüstet.