Beschallung und Kommunikation

Onboard ELA-Systeme dienen zur Beschallung und Kommunikation. Sie ermöglichen automatische oder manuelle Ansagen des Personals an die Fahrgäste, Gespräche zwischen den Mitarbeitern und Gespräche zwischen Fahrgästen und Personal. Dabei sind auch fahrzeugübergreifende Verbindungen möglich.

Liveansagen können im Innen- und Außenraum wiedergegeben werden. Im Innenraum besteht dabei die Möglichkeit das gesamte Fahrzeug oder nur einzelne Bereiche (z.B. 1. Klasse) zu beschallen. In Traktion ist es zudem möglich einzelne Fahrzeuge (z.B. bei Zugsplit) separat anzusprechen. Im Außenraum können Ansagen entweder seitenselektiv oder über alle Lautsprecher erfolgen.

Automatische Ansagen können entweder klassisch aus gespeicherten Sprachbausteinen zusammengesetzt werden oder mittels Text-to-Speech (TTS) online aus ASCII-Texten erzeugt werden. TTS erlaubt damit nicht nur das Abrufen vordefinierter Inhalte für den Regelfall (z.B. nächster Halt) sondern auch die situationsbezogene akustische Information der Fahrgäste bei betrieblichen Abweichungen.

Technische Daten

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Ein Beschallungs- und Kommunikationssystem auf Basis der ELA40 besteht aus einem zentralen Controller und den Fahrgastsprechstellen sowie den notwendigen Mikrofonen und Lautsprechern. Letztere werden an lokale Verstärker angeschlossen, die sich in den Fahrgastsprechstellen befinden, wodurch auf den früher üblichen zentralen Verstärker verzichtet werden kann.

Als Verbindung zwischen diesen Komponenten dient ein eigener (7-adriger) ELA-Systembus, der spezielle Rückfalleigenschaften beim Ausfall einzelner Verbindungen beinhaltet. Da er vom Ethernet-Netzwerk getrennt aufgebaut ist, ist er außerdem vor der Beeinflussung durch andere Komponenten sicher, so dass der Nachweis der Verfügbarkeit vereinfacht wird. Durch diese Trennung ist dabei auch sichergestellt, dass bei späteren Änderungen im Ethernet-Netzwerk keine Rückwirkungen auf die – üblicherweise zulassungsrelevante – ELA betrachtet werden müssen.

Für Fahrzeuge, die in Mehrfachtraktion betrieben werden, können die genannten Komponenten um eine Zugbusbaugruppe ergänzt werden, die die Beschallung und Kommunikation über die Betriebskupplung ermöglicht. Diese Zugbusbaugruppe erlaubt einen zur UIC568 vollständig kompatiblen Betrieb.

Liegen spezielle Sicherheitsanforderungen vor – z.B. aus Brandschutzgründen bei Fahrten in langen Tunneln – so kann das Beschallungs- und Kommunikationssystem um eine Sicherheitsbaugruppe erweitert werden, die die Systemfunktion automatisch überwacht.

Vorteile und Nutzen

In der ELA40 ist die Sprachsignalbearbeitung komplett als Softwarelösung auf einem Signalprozessor implementiert. Dadurch kann die ELA40 durch Hinzufügen von Softwaremodulen – z.B. zur Echounterdrückung – flexibel an den jeweiligen Anwendungsfall angepasst werden. Eine Ethernetschnittstelle am Signalprozessor erlaubt zudem die Anbindung der ELA40 an externe Systeme, um z.B. über Datenfunk eine Sprechverbindung zu einer Zentrale herzustellen.
In der ELA40 werden die Lautsprecher lokal an Verstärkermodule angeschlossen, die in die Fahrgastsprechstellen integriert sind. Neben erheblichen Einsparungen im Bereich der Fahrzeugverkabelung ermöglicht dies eine einfache Umsetzung der TSI-Anforderung nach redundanter Beschallung da üblicherweise in jedem Wagen mindestens zwei Fahrgastsprechstellen angeordnet sind und die Lautsprecher dann je zur Hälfte an eine dieser Fahrgastsprechstellen angeschlossen werden können.

Vorteile auf einen Blick

  • Hohe Sprachqualität
  • Hoher Funktionsumfang
  • Modulare Erweiterbarkeit
  • Einfache Verkabelung durch lokale Anbindung der Laut­sprecher
  • 50%-Redundanz durch lokale Verstärker in 2 Sprechstellen
  • Auch als sicherheitsgerichtete SIL 2 Variante
  • Schnelle Reaktion durch hohen Grundtakt (50ms)
  • Wartungsfrei

Anwendungen

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Das Grundsystem der ELA40 kann durch Hinzufügen einer Überwachungsbaugruppe zu einer sicherheitsgerichteten Beschallungs- und Kommunikationsanlage gemäß SIL 2 erweitert werden.

Damit ist es möglich die zunehmenden nationalen und internationalen Anforderungen an Ansagen und Fahrgastkommunikation im Brandfall zu erfüllen. Während des Betriebes wird u.a. in vordefinierten zeitlichen Abständen eine automatische Komplettüberprüfung der gesamten ELA – inklusive aller akustischen Komponenten – vorgenommen.

Diese Bauform wird in allen S-Bahnzügen der Bauform BR430 der Deutschen Bahn eingesetzt.