Mont Blanc Tunnel (FR/I)

Nach dem schweren Brand mit 39 Toten im Jahr 1999 wurde der Mont Blanc Tunnel mit großem Aufwand auf den modernsten sicherheitstechnischen Stand gebracht. Dies gilt insbesondere auch für die Videoüberwachung in dem 11,8 km langen Straßentunnel, der eine der Hauptverbindungen zwischen Frankreich und Italien darstellt. Generalauftragnehmer für das CCTV-Gewerk war die plettac sécurité et -systèmes, die ehemalige französische Tochtergesellschaft der Funkwerk video systeme GmbH, Nürnberg.Im Hinblick auf die Gewährleistung maximaler Sicherheit unter allen denkbaren Umständen wurde das Videosystem für den Tunnel mit vierfacher Redundanz ausgestattet. Dazu befindet sich an beiden Tunneleinfahrten jeweils eine eigenständige Sicherheitsleitstelle, deren CCTV-Equipment durch das computergestützte Videomanagementsystem ‚plettac offene Sicherheitsarchitektur‘ gesteuert wird. Video-Verteiler im Tunnel führen jedes Kamerasignal in beide Zentralen, so dass selbst bei Störungen in einer der Leitstellen zumindest die zweite Zentrale noch Videobilder aus dem Tunnel empfangen kann. Gleichzeitig stehen die beiden Zentralen über eine gesonderte Kabeltrasse in direkter Verbindung miteinander. Dies ermöglicht den gegenseitigen Austausch von Daten ebenso wie von Videobildern. Jede Leitstelle kann auf alle Kameras des gesamten CCTV-Systems zugreifen. Die Aufschaltung einer bestimmten Kamera erfolgt durch Mausklick auf einem Arbeitsplatzmonitor, der dem Personal den Lageplan des Tunnels und sämtliche Kameras darstellt. Die Kontrollräume verfügen über jeweils zwölf Monitore für die Verkehrsüberwachung sowie weitere sechs Bildschirme zur Visualisierung von Alarmen und Störungen des Verkehrsflusses. Ein rund um die Uhr mit Rettungskräften besetzter Notfalleinsatzraum in der Tunnelmitte ist ebenfalls in das Videoüberwachungssystem integriert. Insgesamt sind im Tunnel über 200 hochauflösende Funkwerk-Kameras in Spezialgehäusen aus einer hochbeständigen Stahllegierung installiert, an denen zum Schutz gegen Verschmutzung und Hitze Ventilatoren angebracht sind. Fernsteuerschnittstellen erlauben die situationsbedingte Veränderung von Kameraparametern, beispielsweise zur Erhöhung der Lichtempfindlichkeit bei Ausfall der Tunnelbeleuchtung oder zum Umschalten auf Infrarotbetrieb bei Sichtbehinderungen durch Rauch. Alle Videoaufnahmen werden auf digitalen Videorecordern aufgezeichnet und für einen bestimmten Zeitraum aufbewahrt. Ebenso werden alle Bedienvorgänge, Störmeldungen und Alarme systemintern gespeichert, um Situationen und die Reaktion des Sicherheitspersonals bei Bedarf nachvollziehen zu können..

KUNDE »GEIE-TMB
STANDORT»Frankreich / Italien
AUFTRAGSUMFANG » über 200 Kameras
REALISIERUNG »2002, Erweiterung seit 2010